Franziska Hofer hielt am 18. Juni 2026 auf der Sechsten Biennale für Verwaltungsrecht in Murten, Schweiz, die Eröffnungsrede, in der sie sich aus verhaltenswissenschaftlicher Perspektive mit der kollektiven Entscheidungsfindung in Richtergremien befasste. Sie argumentierte, dass gerichtliche Entscheidungen nicht nur durch juristische Argumentation, sondern auch durch Wahrnehmungsprozesse und Gruppendynamik geprägt werden. Unter Rückgriff auf Erkenntnisse aus der Kognitions- und Entscheidungsforschung hob sie Mechanismen wie Voreingenommenheit und Informationskaskaden, Gruppendenken und psychologische Sicherheit als wesentliche Einflussfaktoren auf das kollektive Urteilsvermögen hervor. Sie schloss mit einer Reihe von Vorschlägen zur aktiven Gestaltung der Zusammenarbeit, um die kollektive Entscheidungsfindung in Richtergremien zu unterstützen. Kernaussage: Die kollektive Entscheidungsfindung in Richtergremien ist eine Aufgabe der Organisationsgestaltung.
HF Partners auf der sechsten Biennale-Konferenz zum Verwaltungsrecht
